Was kostet IT-Support für Kleinunternehmen wirklich? Ehrliche Preisübersicht

Veröffentlicht am · von Ayberk Bulut

Sie brauchen IT-Hilfe, aber die Angebote reichen von „ab 39 €" bis zu Betreuungsverträgen für mehrere hundert Euro im Monat — und was am Ende auf der Rechnung steht, weiß man oft erst hinterher. Als IT-Freelancer werde ich fast in jedem Erstgespräch nach den Kosten gefragt. Deshalb hier eine ehrliche Übersicht: welche Abrechnungsmodelle es gibt, was marktüblich ist, wo versteckte Kosten lauern — und wie ich selbst abrechne.

Die drei üblichen Abrechnungsmodelle

Praktisch jeder IT-Dienstleister rechnet nach einem dieser drei Modelle ab — jedes hat ehrliche Vor- und Nachteile:

  • Stundensatz: Sie zahlen die tatsächlich geleistete Zeit. Vorteil: fair bei kleinen, klar umrissenen Aufgaben; keine laufenden Kosten. Nachteil: Bei größeren Vorhaben wissen Sie vorher nicht genau, was es wird — seriöse Dienstleister nennen deshalb vorab eine Aufwandsschätzung.
  • Festpreis: Ein definiertes Projekt (z. B. „Netzwerk einrichten", „Server migrieren") zum vereinbarten Preis. Vorteil: volle Planbarkeit, das Risiko liegt beim Dienstleister. Nachteil: Der Dienstleister kalkuliert einen Puffer ein; bei unklaren Anforderungen drohen Nachträge. Funktioniert nur, wenn der Umfang vorher sauber geklärt wurde.
  • Monatliche Betreuungspauschale: Laufende Betreuung (Updates, Monitoring, Backups, Support) für einen festen Monatsbetrag. Vorteil: Probleme werden verhindert statt repariert, Hilfe kommt ohne Einzelbeauftragung. Nachteil: lohnt sich nur, wenn wirklich regelmäßig Betreuungsbedarf besteht — ein Einzelplatzbüro ohne Server braucht selten eine Pauschale.

Was ist marktüblich — und wo liege ich?

Zur Einordnung, aus meiner Markterfahrung: Freiberufliche IT-Dienstleister und kleine Systemhäuser liegen in Deutschland derzeit meist zwischen rund 60 und 120 € pro Stunde (dort meist zuzüglich Umsatzsteuer), größere Systemhäuser und Spezialthemen auch darüber. Auffällig günstige Angebote unter 50 € finanzieren sich häufig über Mindestabnahmen, Anfahrtspauschalen oder gemächliches Arbeitstempo — dazu gleich mehr.

Mein eigener Satz: ab 69 € pro Stunde vor Ort, ab 59 € per Fernwartung (Mindestabrechnung 30 Minuten) — Endpreise, keine Umsatzsteuer gemäß § 19 UStG —, Anfahrt im Stadtgebiet Göttingen inklusive, kein Zuschlag abends oder am Wochenende. Damit liege ich bewusst am unteren Rand des Marktüblichen — als Einzelunternehmer habe ich keine Büro- und Verwaltungskosten eines Systemhauses und gebe das weiter. Für größere Vorhaben erstelle ich nach einer kostenlosen Ersteinschätzung ein Festpreis-Angebot, laufende Betreuung gibt es als monatliche Pauschale nach Umfang. Die Übersicht dazu finden Sie in meiner Preisorientierung.

Versteckte Kosten: das Kleingedruckte, das die Rechnung macht

Der Stundensatz allein sagt wenig — entscheidend ist, was drumherum berechnet wird. Fragen Sie vor der Beauftragung konkret nach:

  • Anfahrt: Manche Anbieter berechnen Anfahrtspauschalen oder die Fahrzeit zum vollen Stundensatz — bei 30 Minuten Anfahrt macht das schnell 50 € Aufschlag pro Termin.
  • Mindestzeiten: „Mindestens 1 Stunde, danach im 60-Minuten-Takt" bedeutet: Der 10-Minuten-Handgriff kostet eine volle Stunde. Fairer sind 15-Minuten-Takte nach der ersten Viertel- oder halben Stunde.
  • Zuschläge: Abend-, Wochenend- und Notfallzuschläge von 50 bis 100 % sind verbreitet — legitim, aber sie sollten vorher auf dem Tisch liegen, nicht erst auf der Rechnung.
  • Remote vs. vor Ort: Vieles lässt sich per Fernwartung in der Hälfte der Zeit lösen. Ein Dienstleister, der grundsätzlich rausfährt, obwohl Remote reichen würde, verkauft Ihnen Fahrzeit.
  • Lizenz- und Hardwareaufschläge: Üblich ist eine kleine Marge auf beschaffte Hardware — sie sollte aber ausgewiesen sein. Vergleichen Sie Hardware-Positionen ruhig mit Ladenpreisen.

Woran Sie unseriöse Angebote erkennen

  • Kein Preis vor Arbeitsbeginn: Wer auf die Frage nach Kosten ausweicht („machen wir dann"), plant selten in Ihrem Interesse. Eine Schätzung mit Spanne ist immer möglich.
  • Lockpreise: Ein beworbener Satz von 39 €, der dann nur für die erste Stunde, nur remote oder nur mit Vertrag gilt.
  • Panik als Verkaufsargument: Wer Ihnen nach fünf Minuten erzählt, Ihre gesamte IT sei ein Sicherheitsrisiko und müsse komplett neu, will meist verkaufen, nicht helfen. Echte Probleme lassen sich konkret zeigen und priorisieren.
  • Knebelverträge: Betreuungsverträge mit 24 oder 36 Monaten Mindestlaufzeit und automatischer Verlängerung um ein weiteres Jahr. Seriöse Betreuung hält Sie über Qualität, nicht über Kündigungsfristen.
  • Abhängigkeit als Geschäftsmodell: Wenn Sie keine Zugangsdaten zu Ihren eigenen Systemen bekommen und nichts dokumentiert wird, sind Sie an den Anbieter gefesselt. Passwörter, Lizenzen und Dokumentation gehören Ihnen.

Wann lohnt sich ein Betreuungsvertrag?

Eine ehrliche Faustregel: Wenn Sie öfter als alle paar Monate IT-Hilfe brauchen, einen Server oder ein NAS betreiben oder mehr als etwa fünf Arbeitsplätze haben, fahren Sie mit laufender Betreuung meist besser. Updates, Backup-Kontrolle und Monitoring verhindern genau die Notfälle, die als Einzeleinsatz teuer werden — und im Ernstfall sind Sie kein Neukunde in der Warteschlange, sondern der Dienstleister kennt Ihre Systeme bereits. Umgekehrt gilt: Für ein kleines Büro ohne Server, das einmal im Jahr ein Problem hat, ist eine Pauschale hinausgeworfenes Geld — da ist ehrliches Abrechnen nach Aufwand die richtige Wahl. Ein guter Dienstleister sagt Ihnen das auch so.

Fazit

IT-Support für Kleinunternehmen kostet marktüblich grob 60 bis 120 € pro Stunde — entscheidend ist aber weniger der nackte Stundensatz als das Drumherum: Anfahrt, Taktung, Zuschläge und die Frage, ob remote gearbeitet wird, wo remote reicht. Verlangen Sie vor jeder Beauftragung eine Einschätzung von Aufwand und Kosten, lassen Sie sich Dokumentation und Zugangsdaten aushändigen und misstrauen Sie Lockpreisen genauso wie Panikmache. Meine eigenen Konditionen — ab 69 €/Std. vor Ort bzw. ab 59 €/Std. per Fernwartung als Endpreis (keine Umsatzsteuer gemäß § 19 UStG), Anfahrt im Stadtgebiet Göttingen inklusive, kein Zuschlag abends oder am Wochenende, Festpreis nach kostenloser Ersteinschätzung — finden Sie transparent in der Preisorientierung.

Sie möchten es genau wissen?

Schildern Sie mir Ihr Anliegen — ich sage Ihnen ehrlich, was es kostet: +49 160 8173753. Die Ersteinschätzung ist kostenlos.